Katze beim Tierarzt: Tipps für einen entspannten ersten Besuch.

Katze beim Tierarzt: Tipps für einen entspannten ersten Besuch.

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Der Tierarztbesuch gehört zum Alltag des Katzenbesitzers

Ob gesund oder krank. Regelmäßige Besuche mit deiner Katze beim Tierarzt gehören zu einer vorbildlichen Katzenhaltung.

So kann man Erkrankungen früh erkennen und entweder die Prognose deutlich verbessern oder das Leiden der Katze mindern. Katzen zeigen Schmerzen erst, wenn es schon sehr spät ist und Erkrankungen weit fortgeschritten sind.

Um die Gesundheit deiner Katze zu erhalten ist ein jährlicher Check-Up Pflicht.

Auch der Tierarzt hat Respekt

Viele Tierärzte stehen Katzen etwas vorsichtiger gegenüber. Katzen haben an jedem Körperende sehr gefährliche Waffen: Ob Zähne oder Krallen, damit möchte niemand nähere Bekanntschaft schließen.

Gehst du zu einem dir unbekanntem Tierarzt solltest du darauf achten wie er mit deiner Katze umgeht.

Eine normale Untersuchung kann ohne Gewalt und nur mit minimalem Zwang durchgeführt werden, wenn man sich die Zeit dafür nimmt. Katzen reagieren in der Regel besser auf Tierärztinnen, da diese sanfter und ruhiger sind, wobei Männer meist ruckartig arbeiten und durch ihre steife Körperhaltung die Katzen verschrecken.

Deine Katze beim Tierarzt: Wie du es richtig angehst

Transport zum Tierarzt

Am besten besorgst du dir eine gängige Transportbox im Zoofachhandel. Je nach Größe der Katze muss sie so groß sein, dass sich deine Katze darin gut umdrehen und locker hinstellen kann. Das bedeutet mindestens 50 cm lang und 25 cm hoch.

Damit deine Katze nicht alles aus der Umgebung mitbekommt muss die Transportbox blickdicht sein. Hat sie sehr große Rillen hilft es ein Handtuch oder eine Decke über zu werfen. Dunkelheit und gedämpfte Außengeräusche wirken beruhigend auf dein Tier.

Deine Box muss ausbruchssicher und vor allem für dich leicht zu handhaben sein.Click To Tweet

Eine Box ohne Griffe ist schwer zu tragen, eine zu große Box mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kaum zu transportieren.

Deine Box sollte eine Öffnung auf der Oberseite haben. So kann der Tierarzt deine Katze von oben sanft greifen und heraus nehmen. Neben der Öffnung müssen noch genug Belüftungsschlitze vorhanden sein, damit deine Katze genug Luft bekommt.

Wähle den Weg so kurz wie möglich um deiner Katze mehr Stress zu ersparen.

Wieso Plastikboxen geeignet sind

Katzen verkriechen sich in stressigen Situationen gern. Der Transport zum Tierarzt ist sehr stressig. Um es ihr etwas zu erleichtern kannst du ein Handtuch oder eine Decke in die Box legen. Dein Tiger fühlt sich sicherer wenn er sich etwas eingraben kann und von deinem Geruch umgeben ist. Auch ein Stück Teppich auf dem Boden kann deinem Tier etwas mehr Geborgenheit vermitteln. Außerdem sorgt es für ordentlich Grip, so dass deine Katze nicht hin und her rutscht.

Die gängigen Plastikboxen haben den Vorteil, dass sie leicht zu reinigen sind und nicht sehr viel wiegen. Sie haben eine Öffnung an der Oberseite und  werden daher allgemein vom Tierarzt bevorzugt. Der Weidenkorb ist weniger geeignet weil man die Katze von vorne heraus greifen muss und sie sich dadurch bedroht fühlen kann. Ein Weidekorb als Rückzugsort in der Wohnung ist allerdings sehr gut geeignet.

No-Gos

Eine Katze darf nicht frei auf dem Arm zum Tierarzt gebracht werden. Es ist dabei egal wie zahm sie ist und wie sicher du bist, dass sie nicht abhaut. Im Zweifelsfall ist sie nämlich weg und du ziemlich zerkratzt.

Vom Arm kann deine Mieze leicht herunterfallen. Ist das erstmal passiert ist es fast unmöglich sie wieder einzufangen.

Bitte transportiere deine Katze nicht in einem Einkaufsbeutel oder einer normalen Reisetasche. In einer Reisetasche bekommt sie viel zu schlecht Luft und es kann sehr stickig werden. Ein Einkaufsbeutel ist nicht sicher genug, er kann schnell reißen und nicht sicher verschlossen werden.

Auch Transportboxen aus Pappe sind nicht geeignet um Katzen sicher zu transportieren. Durch die scharfen Krallen ist das Material schnell zerstört. Du möchtest ja nicht, dass dein Tiger Reißaus nimmt!

Öffne niemals die Box während du deine Katze transportierst oder wenn du im Wartezimmer der Praxis sitzt.Click To Tweet

Mit deiner Katze beim Tierarzt im Untersuchungsraum

Bist du mit deiner Katze im Untersuchungsraum wird sich ein guter Tierarzt erst einmal mit dir beschäftigen. Die Katze sitzt dabei immer noch in ihrer Box auf dem Untersuchungstisch und wird in Ruhe gelassen.

Erstmal wirst du befragt was der Grund für deinen Besuch ist und welche Symptome deine Katze zeigt. Das nennt man Anamnese. Eine ausführliche Anamnese kann 10 Minuten dauern.

Damit deine Katze sich beruhigen und an die Situation gewöhnen kann, sollte es im Behandlungsraum ruhig sein. Nach der Anamnese wird deine Miez aus der Box genommen und auf den Tisch gesetzt. Einige Katzen steigen auch selbst aus oder können mit Leckerlies herausgelockt werden. Die Box wird dann außerhalb der Sichtweite deiner Katze aufgestellt, sonst möchte sie immer wieder dort hinein, denn die Box ist sicherer als der Behandlungstisch.

Die Untersuchung

Ist eine Tierarzthelferin vor Ort wird dir auffallen, dass sie immer eine Hand auf deiner Katze hat und eventuell auch Körperkontakt zu ihr hält. Im Zweifel wird dir dieser Job zufallen. Deine Katze fühlt sich bei dir sicher, daher fallen Untersuchungen manchmal leichter, wenn der Besitzer die Katze festhält.

In vielen Praxen ist es inzwischen verbreitet mit Katzenpheromonen zu arbeiten. Feliway ist das bekannteste Produkt. Pheromone sind Wohlfühlhormone, die die Katze produziert um ihren eigenen Lebensraum zu markieren. Sie können dafür sorgen, dass die Tiere entspannter sind. Das funktioniert aber leider nicht bei jedem Tier.

Während der Untersuchung und Behandlung wird kein Zwang angewandt so lange es nicht sein muss. Der Körperkontakt durch den Tierarzthelfer oder Halter wird aber immer aufrecht gehalten, damit im Notfall zugefasst werden kann. Ansonsten liegen die Hände einfach nur locker auf.

Der früher oft benutzte Nackengriff gilt inzwischen als verpönt. Viele Katzen werden dadurch aggressiv und sind hinterher noch schlechter behandelbarer.

Erhält deine Katze eine Spritze wirst du merken, dass der Tierarzt sich wegdreht um alles vorzubereiten. Katzen sind klug und bekommen genau mit was dort passiert. Sieht dein Tier nicht was los ist, bleibt sie entspannter. Beherztes Kraulen oder Ablenken mit Paste oder Leckerchen kann helfen um deine Katze abzulenken, während sie die Spritze bekommt.

Eine kurze Pause innerhalb der Behandlung kann deiner Katze auch helfen sich wieder zu beruhigen.Click To Tweet

Cave Katze

Katzen, die schon einmal aggressiv reagiert haben werden meist als Cave Katzen in der Kartei vermerkt.Click To Tweet

Dann weiß der Tierarzt schon, dass hier besondere Vorsichtsmaßnahmen nötig sein könnten.

Verbreitete Zwangsmaßnahmen

Die Katzentasche ist eine wirklich schlaue Erfindung. Deine Katze wird in eine kleine Tasche gesetzt. Die Tasche hat oben eine Öffnung für den Kopf. Der Tierarzthelfer muss dann quasi nur noch die Tasche und den Kopf festhalten, aber sonst ist die Katze nicht in der Lage sich zu bewegen. Das klingt nun vielleicht schlimm, aber erinner‘ dich daran, dass Katzen sich sehr gerne in Decken einkuschelt. Die Tasche hat genau den gleichen Effekt. Sie beruhigt das Tier.

An den Ecken hat die Tasche jeweils eine Öffnung. Durch Öffnen eines Reißverschlusses kann so ein Beinchen vorgelagert werden aus dem dann Blut abgenommen werden kann. Mit der Katzentasche habe ich bisher nur sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie ist leicht zu benutzen und kann nach jeder Verwendung gewaschen werden.

Handschuhe sind eine zweite Möglichkeit mit der sich die Tierarzthelferin schützen kann, wenn sie eine aufgeregte Katze bändigen muss.

Verpönt sind Metallkäfige mit Querstreben. In diesen kann man die Katze in eine Ecke drücken und spritzen. Das ist wirklich die allerletzte Möglichkeit, da Katzen sich aus Panik oft Krallen ausreißen oder sogar Zähne abbrechen.

Ist mit den gängigsten Maßnahmen nichts zu machen, muss die Katze sediert werden, also eine Beruhigungsspritze bekommen. Das ist aber meist nur nötig, wenn es schlecht sozialisierte Tiere sind, die wenig Menschenkontakt haben.

Ende ohne Schrecken

Ist die Untersuchung samt Behandlung vorbei wird der Tierarzt deinem Tiger sicher ein Leckelrie anbieten. Aber sei nicht traurig, wenn er es nicht möchte. Die meisten Katzen sind einfach noch zu aufgeregt.

Zu Hause freuen sie sich aber über ein besonderes Abendbrot:-)

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Was dich beim Tierarztbesuch mit deiner Katze erwartet!

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Verfolgen Dr. Schnurr:

Tierärztin

Katzenverliebte Tierärztin, die sich die Wohnung mit 3 Katzen und 3 Chinchillas teilt.

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